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Der Fremde

Ein Mann, in meinem Leben der nicht wichtiger sein könnte für meine weitere Entwicklung. Er fehlte mir, ein Leben lang. Eine Leere im Herzen, die niemand füllen konnte.

Ein Mann der mir nahe stand und mich sehr liebte, jedoch nicht genug um bei mir zu bleiben. So ließ er mich und meine Mama zurück. Alleine ließ er mich, uns.

Ein Mann der nicht wusste was er tat und nicht wusste wie weh er mir damit tut. Er ging fort, ohne zurück zu sehen und sich zu fragen, was aus mir wird.

Ein Mann dem ich ein ganzes Leben lang egal war. Kein Wort wechselte er mit mir, keinen Buchstaben schickte er mir. Nichts hatte er mir zu sagen oder zu schreiben - eine Traurigkeit machte sich breit.

Viele Jahre strichen so ins Land, niemand hörte von dem anderen,bis zum Tage X.

Ein Mann, tot in seiner Wohnung. Alleine starb er, alleine für sich. Niemand war da, weder körperlich, noch geistig. Vergessen war er! Niemand dachte mehr an ihn. Nun war es noch schlimmer. Nicht nur ein Mann auf den ich so lange verzichtet hatte, nun war es endlich. Es war vorbei, seine Seele erlöst und hoffentlich auf dem Weg in eine andere Sphäre.

Ein Mann, den ich zwar nie kannte, ihm aber aus Respekt die letzte Ehre erwies. Ein Mann, von dem ich nicht weiß ob er mich liebte, ich begleitete seine Asche zu dem tiefen Loch. Ich dachte an ihn, in diesem Augenblick. Ich  wollte ihn nicht alleine gehen lassen. Ich war da für ihn, auch wenn er es für mich nie sein konnte.

Ein Mann, ich hätte mir gewünscht ihn Vater nennen zu können, ist gegangen. Eine Reise die mir noch bevor steht. Ich hoffe es geht dir besser wo du nun bist. Ich hoffe der Krebs lässt dich jetzt in Ruhe, einmal hat er dich schon zerstört.

Ich hoffe dort wo du bist, denkst du auch mal an mich und schaust auf mich herunter. Ich werde so oft es geht an dein Grab gehen und dich besuchen! Ich wünsche dir nur das Beste!!

Hochachtungsvoll deine dich nie vergessende Tochter Josephine

4 Gedanken zu „Der Fremde

  1. Katja

    Ich lese schon seit vielen Monaten deine Beiträge. Ich finde es wahnsinnig schön, wie du über diesen Mann, deinem Vater, mit so viel Liebe schreibst. Ich kenne dich zwar nicht, aber fühle dich gedrückt. Ich hoffe dir geht es mittlerweile wieder etwas besser. Mein Beileid. Liebe Grüße Katja

  2. LorenzR

    Mein nachträgliches Beileid.
    Auch wenn ich deinen Block nicht regelmäßig verfolge, lese ich gerne die neuen , wie auch die alten Geschichten.
    Diese kam unerwartet.

    Waidmannsheil

    Kopf Hoch und schau nach vorn

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