Springe zum Inhalt

Der Geburtstagsansitz

Der 28.01.2018, ein Sonntagmorgen der es in sich hatte.

Eingeladen waren wir zum Geburtstagsgruppenansitz bei Benjamin. Ein kühler, windiger und leicht verregneter Morgen.

Am Vorabend waren wir zum Karneval und waren daher erst um 1 Uhr im Bett. Ich muss gestehen, dass morgendliche Aufstehen verlief nicht ohne Fluchen meinerseits.

Mit dem Geschenkkorb und den Waffen beladen, sind wir pünktlich gestartet. Es war noch dunkel und so hielt sich meine Euphorie in Grenzen. Gott sei Dank musste ich nicht fahren ;-).

6:30 Uhr am Treffpunkt angekommen erwarteten uns Benjamin und zwei weitere Jäger, die uns noch unbekannt waren. Schnell den Geschenkkorb aus Wurst ins andere Auto geladen, hätte wohl mit dem Hund nicht lange gehalten :-).
Dann sind wir zu unseren Sitzen gefahren. Ein Weg aus großen Pfützen und Matsch ebnete uns den Weg.

Ich setzte Frank wie abgesprochen an seinem Sitz ab und bin weiter gelaufen. Zwischen dem dritten und vierten Drückjagdbock war eine große Pfütze und sehr viel Dickicht. Auf einmal hörte ich eine Rotte Sauen neben mir. Es war noch recht dunkel und die Rotte lief in den Wald hinein. Bis ich zum Sitz neben mir gepirscht war, ist im Wald wieder Stille eingezogen. Weg waren also die Sauen. Nun gut, vielleicht kommen sie ja wieder oder der dicke Keiler vom Vortag. Ich blieb optimistisch.

An meinem eigentlichen Sitz angekommen, wickelte ich mich in meine Decke ein und machte es mir gemütlich, soweit das bei dem Schmuddelwetter möglich war.
Der erste Schuss fiel recht früh durch Benjamin, er hatte ein Reh geschossen - Waidmannsheil!
Der zweite Schuss fiel knapp eine Stunde später durch Frank, auch er konnte ein Reh strecken - Waidmannsheil dazu!

Kurz vor neun wurde mir so kalt und ich musste mal Pippi, also spielte ich mit dem Gedanken in Ruhe abzubauen und zu Frank zu laufen. So hätten wir in Ruhe aufbrechen können und wären pünktlich am Streckenplatz gewesen.

In 100m Entfernung sah ich etwas durch den Wald springen - Rehwild! Ich nahm das Fernglas und konnte somit ein weibliches Stück ansprechen. Ich machte meine Waffe fertig und suchte die passende Position, jedoch war das Stück bereits über die Schneise drüber und hinter Dickicht verschwunden.

Aber dann trat noch ein zweites Stück aus dem Wald heraus. Ganz vorsichtig und zaghaft. Ich schaute durch mein Zielfernrohr und sah ein sehr schwaches Stück stehen. Ich überlegte nicht lange, dass Reh trat auf den Weg und schon ließ ich die Kugel fliegen. Es fiel sofort um und lag.

Kurzer Informationsaustausch mit Benjamin und Frank und so baumte ich nach einer viertel Stunde ab und lief hin. Frank machte sich auf den Weg zu mir und ich wollte schon mit dem Aufbrechen beginnen. Durch den ganzen Matsch brauchte ich etwas länger zum Stück, als gedacht. Kein perfekter Schuss, ich bin etwas zu weit vorn abgekommen - aber ich habe auch zum ersten Mal nur ein Auge beim schießen auf. Ich kann mir nicht so recht erklären woran es heute lag. Froh war ich nur, dass es sofort lag und nicht leiden musste.

Frank kam nun auch und wir brachen das Stück auf, dabei stellten wir eine Veränderung der Lunge fest. Höchstwahrscheinlich eine Lungenentzündung, die es schon ein paar Tage mit sich rum trug. Wir packten nach dem Aufbrechen unsere Sachen zusammen und liefen wieder nach vorne, zum Sitz von Frank. Wir brachen auch sein Reh in der Schnelle auf. Benjamin kam zu uns und half uns beim bergen und ins Auto verladen.

Glücklich und zufrieden sind wir in Richtung Streckenplatz gefahren. Die anderen Jäger standen bereits alle um das kleine Feuer herum und ließen sich den köstlichen Gulasch schmecken.
Nach kleineren Vorbereitungen konnten wir dem Geburtstagskind seinen Wurstkorb übergeben. Benjamin hat die Strecke verblasen und zum Geburtstag ein kleines Ständchen gespielt.
Die restliche Zeit standen wir alle zusammen, erzählten uns Geschichten von der Jagd und ließen den Tag dann einfach so ausklingen.

Es war wieder einmal ein ganz besonderer Jagdtag. Zum einen ist eine Jagd mit Freunden immer schön, zum anderen ist das Beisammensein und den Geschichten lauschen zu können eine tolle Abwechslung.

Mein großer Dank gilt Benjamin für die Einladung

Waidmannsheil

Josi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

error: Content is protected !!