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Jagdliche Veränderungen eines Revieres

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Veränderungen im Revier entstehen durch bewusstes Tun des Jägers oder durch land- oder forstwirtschaftliche Arbeit, durch Straßenbau oder durch die Natur selbst. Der Wille des Jagdherrn und vor allem die Ziele die er hat, haben einen erheblichen Einfluss auf das Revier. In der Regel wird am Anfang der Jagdpachtperiode sehr viel Geld und Zeit für Revierarbeiten investiert. In Eigenjagdrevieren ist oft eine erhöhte Entwicklung zu erkennen, wenn der alte Eigentümer an den neuen Eigentümer übergibt oder deren Kinder groß genug sind und sich selber in die Jagd einbringen können, so sie es denn dürfen. In vielen Eigenjagdrevieren ist aufgrund von mangelnder Passion sehr wenig in Bezug auf die Hege passiert. 

Ein Beispiel aus einem Feldrevier in Schleswig-Holstein, in dem der Eigentümer die Jagd selber betreibt, aber im Grunde keine Zeit und auch keine zu große Lust hat, sich richtig um die Bewirtschaftung zu kümmern:

Ein landwirtschaftlicher Betrieb mit 230 ha arrondierter Fläche. Etwas kopierter Landschaft, wo einzelne Feldgehölze und auch Teiche zu finden sind. Hauptsächlich Felder, die landwirtschaftlich intensiv bewirtschaftet werden. Die Hauptwildart beim Schalenwild ist Rehwild, als Wechselwild ist Schwarzwild und Damwild vorhanden. Das Niederwild wird vertreten durch das Raubwild, Hasen, Enten und zunehmend Gänse. In der Vergangenheit wurde das Revier durch den Vater des Besitzers bewirtschaftet der, ab und zu seinen Rehbock erlegte und auch für die Verwandtschaft wurde mal ein Bock freigegeben. Jagd durfte kein Geld kosten und auch keine zusätzliche Arbeit machen. Der Sohn ist im Grunde jagdlich von denselben Voraussetzungen, nur dass er es mit neuen Herausforderungen zu tun hat. Nämlich mit der Tatsache, dass er seit zwei Jahren mit Wildschäden zu kämpfen hat. Durch die steigenden Schwarzwildbestände und auch durch die Gänse ist die Jagd für ihn zu einem richtigen Thema geworden.

In dem Revier waren keine jagdlichen Einrichtungen vorhanden und es gibt auch keine Begehungsscheininhaber. Jegliche jagdliche Struktur ist nicht vorhanden. Wie kann so ein Revier sinnvoll aufgebaut werden? Als erstes war es wichtig die Ziele zu definieren. Dafür bedurfte es einen Stift und einen Zettel, um aufzuschreiben, was der Jagdherr denn überhaupt möchte.
Hier war es recht einfach, denn er wollte die Jagd nicht verpachten und sein Hauptziel war die Verringerung des Wildschadens. Also ging es um Sauen und Gänse. Anhand von Karten und einer Revierfahrt im Herbst wurde sehr schnell deutlich, das es sich um ein Dornröschenrevier handelt.
Das Schwarzwild war sicher nicht mehr als Wechselwild einzustufen. Die Feldgehölze sind voll mit Brombeeren und oben drüber steht ein Eichen-/ Buchen-Mischwald. Das gesamte Revier mit Hochsitzen zu bestücken nützt nichts, wenn hinterher kein Jäger diese Sitze besetzt. Also mussten Jäger gefunden werden, die bereit waren Abend- und Morgenansitze und auch bei den Mondphasen die Nachtansitze durchzuführen. Des Weiteren sollten die Jäger die Gänsebejagung durchführen. Zu den weiteren Aufgaben zählten die Wildbret-Vermarktung und der Abschuss vom Reh und Damwild. Für das Revier sollten zwei Jäger gefunden werden, die aus der näheren Umgebung sind.

Es wurden Hochsitze und Leitern aufgestellt, die nach Bedarf auch mit dem Frontlader umgestellt werden können. Fertigbausätze waren schnell über die Website https://www.werjagtwas.de/de/revierarbeiten im Internet bestellt und die Anlieferung per Lkw klappte einwandfrei. Weiter wurde eine Kühlung angeschafft und zwei Wildkameras. Durch diese gemeinsame Aufbauaktion lernten die neuen Jäger das Revier schnell kennen. Es wurde eine Hochsitzkarte erstellt und eine WhatsApp-Gruppe eingerichtet. Auch eine Kirrung in einem Schilfgürtel wurde eingerichtet.
Die Motivation des Landwirtes so viel Geld auszugeben, lag in der begründeten Notwendigkeit die eigenen Ziele zu erreichen. So hat es auch nicht lange gedauert, bis die ersten Stücke zur Wildkammer gefahren wurden. Der Wildschaden wurde durch die Bestellung der Jäger nicht komplett eingestellt, aber er wurde über die Jahre deutlich verringert. Auch die Jagd wurde ebenfalls weiterentwickelt. Die Enten an den Teichen wurden ab und zu bejagt und auch dem Raubwild wurde nachgestellt. Durch die Präsenz der Jäger im Revier wurde auch das Rehwild interessant, da die alten Böcke plötzlich bekannt waren. Auch eine spontane kleine Gesellschaft nach einer Neuen wurde mit Erfolg eingeladen. Die Jäger bitten den Landwirt die eine oder andere Ecke für das Wild stehen zu lassen und dort einen Wildacker anzulegen. Verlandete Teiche wurden ausgebaggert und einige Weidenstecklinge dort gesteckt.

Der Sohn des Bauern ist 9 Jahre alt und sein schönstes Erlebnis ist es mit den Jägern rauszugehen. So kommt es, dass der Vater und der Sohn schon das eine oder andere Mal alleine im eigenen Revier auf einem Hochsitz gesichtet wurden. Jagd ist nicht nur als nüchterne Arbeit zu verstehen, sondern auch als gesellschaftliches Bindeglied. Ein gemeinsames Projekt, wo jeder weiß, wie es besser geht und auch wie es noch richtiger gemacht werden kann.

 

Vielen Dank an die Autoren von WerJagtWas.de, die mir diesen tollen Artikel zur Verfügung gestellt haben. Einen besonderen Dank an Herr von Papen und Herr Schröder für die schnelle Erstellung dieses Gastbeitrages.

Mit einem Klick, geht es hier zur Seite: https://www.werjagtwas.de/de

 

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen und wie immer viel Waidmannsheil

 

Eure Josi

Ein Gedanke zu „Jagdliche Veränderungen eines Revieres

  1. Kiersten

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