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Am Mittwochabend zog es uns nach längerer Jagdpause hinaus ins Revier.

Wir beide setzten uns an eine frisch gemähte Wiese, ich hoffte auf einen Bock, der in den anderen Bestand wechseln wollte.
So saßen wir da nun und warteten und warteten.

Kurz vor 21 Uhr trat ein Fuchs auf die Wiese. Mir fiel sofort das merkwürdige  Verhalten auf.
Immer wieder setzte er sich hin und versuchte an sein Hinterteil zu kommen. Er saß anteilnahmelos auf der Wiese und blickte ins Leere, zumindestens sah es so aus.

Aus den Augen lief schon Eiter heraus und an der Schwanzwurzel konnte man das fehlende Fell erkennen. Wir beobachteten das Tier gute 10 Minuten und dann entschloss ich mich, es zu erlösen. Diesen Anblick wollte ich nicht länger ertragen.

Ich legte die Waffe an, entsicherte und zog mit bis er stehen blieb. Sofort lies ich die Kugel fliegen und der Fuchs ging auf der Wiese nieder. Ich schaute noch einen kurzen Moment durch mein Zielfernrohr nur um ganz sicher zu gehen.
Nach 10 Minuten baumten wir ab und liefen zu ihm hin.

Eine große Ansammlung von Fliegen machte sich auf der kahlen Stelle an der Schwanzwurzel breit. Ich ging zum Waldrand und pflückte ein wenig Schafgarbe und bedeckte den Körper des Tieres damit. Einen Moment saß ich noch dort und hoffte er litt noch nicht allzu lange.
Meiner Meinung nach hat Raubwild genauso die Ehre verdient, wie Rehwild oder Schwarzwild usw. Es darf jeder für sich handhaben wie er möchte, ich mache es genau so!

Ich war froh, dieses arme Geschöpf von seinem Leid erlöst zu haben.
Trotz alledem habe ich mir meinen ersten Fuchs insgeheim anders gewünscht. Sehr gerne wollte ich die Haken und den Balg verwerten - aber mit dem Gedanken dieses Tier von Schmerz befreit zu haben, geht es mir auch gut.

Ich sage Waidmannsheil und Waidmannsdank

Eure Josi

Clip75

(Einfach auf den Clip75 drücken und ihr gelangt zum Video)

WOW..... was für ein Erlebnis.

Es hat gedauert alle Eindrücke zu verarbeiten. Ich glaube, so richtig fertig bin ich damit noch nicht.

Zu allererst ein großes Dankeschön an Outfluence, die mir diese kleine Reise ermöglicht haben. Es war toll euch alle endlich einmal persönlich kennengelernt zu haben.

Aber zurück zum Reisetagebuch: Freitagmorgen sind Frank und ich in Richtung Dortmund gestartet. Nach einer vierstündigen Autofahrt sind wir beide etwas erschöpft im Parkhaus gelandet. Ohne große Verschnaufpause ging es sofort mit schnellem Schritt zur Messehalle und direkt zum Stand von Outfluence.

Es gab eine herzliche Begrüßung von Lars und Lisa, wir haben uns sofort Willkommen gefühlt. Nachdem wir kurz erzählten, stürzten wir uns ins Messegetümmel. Für mich war es das erste Mal auf der Messe in Dortmund. Ich war überwältigt von den ganzen Messestände und der Lautstärke und am Abend wirklich froh über mein wohlverdientes Bett. Am Freitag wollten wir uns erstmal alles ansehen und die Möglichkeit nutzen, neue Kontakte schließen zu können. Besonders lustig und interessant war es Stand der RUAG.

Nachdem wir beim Luftgewehrschießen unser Können unter Beweis gestellt haben, gab es im Anschluss durch Herrn Waltermann eine kleine geschichtliche Zeitreise der Firma RUAG und Rößler. Vielen Dank für ihre Zeit und ihre Geduld.

Wäre ich nicht so aufgeregt und gespannt gewesen, hätte man mich bei dem ganzen leckeren Essen wohl von der Messe rollen können. Die Wildburger waren echt super lecker. Nach dem super interessanten Nachmittag auf der Messe ging es ins nahegelegene Hotel. Dort machten wir uns frisch und gingen ins Steakrestaurant "Rodizio". Leute, eine absolute Empfehlung meinerseits. Das Fleisch war auf den Punkt gebraten, die Portionen absolut ausreichend und die Bedienung super nett. Aber: es ist schon alles wochenlang reserviert. Deshalb gab es für uns "nur" den Platz an der Bar. Das tat der Stimmung und dem Ambiente jedoch keinen Abbruch.

Nachdem wir uns die Bäuche vollgeschlagen haben, sind wir ins Hotel gerollt und ins Bett gegangen. Endlich schlafen oder doch nicht! Ich habe meinen Vortrag noch einmal überarbeitet und dann fand auch ich endlich meinen wohlverdienten Schlaf.

Samstag:

Wir starteten mit einer heißen Dusche und einem ausgiebigen Frühstück in den nächsten Tag. Dann ging es auch schon zur Messe. Gleich zu Beginn besuchten wir wieder Lisa und Lars am Outfluence-Stand und dann gönnten wir uns ein paar Stunden Shopping auf der Messe. Ich selbst suchte ein paar neue Klamotten für die Jagd und bin dann nach einer ausgiebigen Beratung bei Waidfrau fündig geworden. Liebe Sandra, es war schön dich kennen gelernt zu haben. Wer gut sitzende Jagdsachen für Damen sucht, wird bei Sandra fündig. Schaut doch mal bei Waidfrau vorbei!

Weiter ging es zu Andre Westerkamp von Heintges. Ein kurzes Pläuschchen und ein wenig Ausrüstung für den Vortrag später, ging es dann weiter über die Messe. Der Herr suchte ja auch noch nach Sachen, jedoch wurde er nicht so recht fündig.

Kurzfristig haben wir uns dazu entschlossen, schon einen Vortrag anzuhören. Mounira Kiefer berichtete über ihre Erfahrungen in der Schweißhundeausbildung und die Relevanz der Nachsuchen. Ein sehr spannendes Thema, welches mich seit geraumer Zeit selbst sehr stark interessiert und fasziniert.

Nach dem Vortrag gingen wir noch eine Kleinigkeit Essen und trafen dann am Outfluence-Stand Mina von Mengden. Wir schnatterten eine Runde und dann bereitete ich mich auch schon auf meinen Vortrag vor. Die Aufregung war sehr schnell verflogen und schon war ich in meinem Element. Ich berichtete meinen Zuhörern von meiner Jagdscheinausbildung und meiner Prüfung. Es gab super Feedback von einzelnen Personen, über welches ich mich sehr freute.

Danach gönnten wir uns erstmal eine große Portion Pommes - die wirklich ekelig waren. Total weich und wabbelig, ganz und gar nicht mein Fall. Wir hatten noch Zeit wegen neuen Jagdschuhen zu schauen und an einem kleineren Messestand bin ich dann auch endlich fündig geworden. Meindl Island Lady - dazu wird es noch einen ausführlichen Bericht geben!
16:00 Uhr gab es dann am Stand von Outfluence & Geartester das Bloggertreffen. Viele bekannte Gesichter von namenhaften Instagramaccounts. Am meisten habe ich mich über Hans von den Waidburschen und über Fabian von FE Knives gefreut. Sehr nette Leute und tolle Gesprächspartner.

Dennoch muss ich gestehen, war ich froh als es am Abend mit einigen Leuten von Outflence und Geartester zum gemeinsamen Abendessen ging und es so langsam ruhiger wurde. Es wurden interessante Gespräche geführt und man hat sich so langsam kennen lernen können. Die Heimfahrt dauerte durch einen Schneesturm länger als gedacht und als wir Zuhause ankamen, vielen wir beide tot ins Bett.
Fazit: Es waren zwei aufregende und interessante Tage, ich habe viel gesehen und viel gelernt und mir neue Ziele gesteckt.

Vielen Dank an Outfluence für die Möglichkeit und weiterhin auf gute Zusammenarbeit!

Ich freue mich, viele bekannte Gesichter im März auf der IWA treffen zu können.

Bis dahin Waidmannsheil

Eure Josi

Der 28.01.2018, ein Sonntagmorgen der es in sich hatte.

Eingeladen waren wir zum Geburtstagsgruppenansitz bei Benjamin. Ein kühler, windiger und leicht verregneter Morgen.

Am Vorabend waren wir zum Karneval und waren daher erst um 1 Uhr im Bett. Ich muss gestehen, dass morgendliche Aufstehen verlief nicht ohne Fluchen meinerseits.

Mit dem Geschenkkorb und den Waffen beladen, sind wir pünktlich gestartet. Es war noch dunkel und so hielt sich meine Euphorie in Grenzen. Gott sei Dank musste ich nicht fahren ;-).

6:30 Uhr am Treffpunkt angekommen erwarteten uns Benjamin und zwei weitere Jäger, die uns noch unbekannt waren. Schnell den Geschenkkorb aus Wurst ins andere Auto geladen, hätte wohl mit dem Hund nicht lange gehalten :-).
Dann sind wir zu unseren Sitzen gefahren. Ein Weg aus großen Pfützen und Matsch ebnete uns den Weg.

Ich setzte Frank wie abgesprochen an seinem Sitz ab und bin weiter gelaufen. Zwischen dem dritten und vierten Drückjagdbock war eine große Pfütze und sehr viel Dickicht. Auf einmal hörte ich eine Rotte Sauen neben mir. Es war noch recht dunkel und die Rotte lief in den Wald hinein. Bis ich zum Sitz neben mir gepirscht war, ist im Wald wieder Stille eingezogen. Weg waren also die Sauen. Nun gut, vielleicht kommen sie ja wieder oder der dicke Keiler vom Vortag. Ich blieb optimistisch.

An meinem eigentlichen Sitz angekommen, wickelte ich mich in meine Decke ein und machte es mir gemütlich, soweit das bei dem Schmuddelwetter möglich war.
Der erste Schuss fiel recht früh durch Benjamin, er hatte ein Reh geschossen - Waidmannsheil!
Der zweite Schuss fiel knapp eine Stunde später durch Frank, auch er konnte ein Reh strecken - Waidmannsheil dazu!

Kurz vor neun wurde mir so kalt und ich musste mal Pippi, also spielte ich mit dem Gedanken in Ruhe abzubauen und zu Frank zu laufen. So hätten wir in Ruhe aufbrechen können und wären pünktlich am Streckenplatz gewesen.

In 100m Entfernung sah ich etwas durch den Wald springen - Rehwild! Ich nahm das Fernglas und konnte somit ein weibliches Stück ansprechen. Ich machte meine Waffe fertig und suchte die passende Position, jedoch war das Stück bereits über die Schneise drüber und hinter Dickicht verschwunden.

Aber dann trat noch ein zweites Stück aus dem Wald heraus. Ganz vorsichtig und zaghaft. Ich schaute durch mein Zielfernrohr und sah ein sehr schwaches Stück stehen. Ich überlegte nicht lange, dass Reh trat auf den Weg und schon ließ ich die Kugel fliegen. Es fiel sofort um und lag.

Kurzer Informationsaustausch mit Benjamin und Frank und so baumte ich nach einer viertel Stunde ab und lief hin. Frank machte sich auf den Weg zu mir und ich wollte schon mit dem Aufbrechen beginnen. Durch den ganzen Matsch brauchte ich etwas länger zum Stück, als gedacht. Kein perfekter Schuss, ich bin etwas zu weit vorn abgekommen - aber ich habe auch zum ersten Mal nur ein Auge beim schießen auf. Ich kann mir nicht so recht erklären woran es heute lag. Froh war ich nur, dass es sofort lag und nicht leiden musste.

Frank kam nun auch und wir brachen das Stück auf, dabei stellten wir eine Veränderung der Lunge fest. Höchstwahrscheinlich eine Lungenentzündung, die es schon ein paar Tage mit sich rum trug. Wir packten nach dem Aufbrechen unsere Sachen zusammen und liefen wieder nach vorne, zum Sitz von Frank. Wir brachen auch sein Reh in der Schnelle auf. Benjamin kam zu uns und half uns beim bergen und ins Auto verladen.

Glücklich und zufrieden sind wir in Richtung Streckenplatz gefahren. Die anderen Jäger standen bereits alle um das kleine Feuer herum und ließen sich den köstlichen Gulasch schmecken.
Nach kleineren Vorbereitungen konnten wir dem Geburtstagskind seinen Wurstkorb übergeben. Benjamin hat die Strecke verblasen und zum Geburtstag ein kleines Ständchen gespielt.
Die restliche Zeit standen wir alle zusammen, erzählten uns Geschichten von der Jagd und ließen den Tag dann einfach so ausklingen.

Es war wieder einmal ein ganz besonderer Jagdtag. Zum einen ist eine Jagd mit Freunden immer schön, zum anderen ist das Beisammensein und den Geschichten lauschen zu können eine tolle Abwechslung.

Mein großer Dank gilt Benjamin für die Einladung

Waidmannsheil

Josi

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Das letzte Mal in diesem Jagdjahr ging es zur Drückjagd.

Lange freute ich mich schon darauf, aber ich konnte mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen, dass ich sowas erleben werde.

Donnerstag wütete auch hier in Thüringen das Unwetter, deshalb mussten wir den Freitag abwarten, ob die Jagd überhaupt stattfinden kann. Am späten Vormittag dann das GO von Benjamin - die Jagd wird stattfinden. Freude und Erleichterung machte sich bei mir breit und so packte ich am frühen Abend meinen kleinen Beutel mit der Kamera, Taschentüchern, Handschuhen, Jagdschein.
Am Morgen legte ich nur noch die angefangene Packung Munition hinein und fertig! Waffe im Futteral über die Schulter geworfen und schon stapften wir zum Auto.

Pünktlich am Treffpunkt angekommen, meldeten wir uns erstmal an, ich nahm mein Anstellerpäckchen entgegen und dann unterhielten wir uns im Anschluss noch mit den anderen Jägern. Alle erhofften sich viel von der heutigen Jagd.

Benjamin startete mit der Begrüßung und der Sicherheitsbelehrung, bevor es dann an die Aufteilung ging. Da ich mit drei weiteren Jägern den äußeren Ring absetzte, fuhren wir recht zeitig los.

Kurze Zeit später saß ich an am alten "Russenhügel". Heutzutage wird er wohl noch von der Bundeswehr für ihr Fahrtraining benutzt. Ich konnte weit über eine grasbedeckte Fläche sehen, aber ich sollte mich wundern, dass Gras war unglaublich hoch, sodass beim Rehwild gerade so das Haupt zu sehen war.

In den ersten 15 Minuten nachdem ich saß, wechselte über die Fläche eine Rotte Sauen. Mist, zu weit und auch schon in die Pferdekoppel gewechselt. Kurze Info an Benjamin, wohin die Sauen sind! Kurz darauf sind die ersten Schüsse gefallen.

Bei mir kam ein Fuchs, jedoch legte er einen Sprint ins hohe Gras ein - keine Chance für mich! Nun gut, nicht verzagen, die Jagd hat gerade erst begonnen. Frank vermeldete bei sich einen Frischling gestreckt zu haben. Nun gut, Augen auf und weiter konzentrieren!

Rehwild im Anblick, jetzt vielleicht meine Chance. Es verhoffte einen Moment und legte dann einen Sprint über die freie Fläche ein. Mist, wieder kein Glück. Okay, so langsam wurde ich etwas nervös, aber die Jagd ging ja noch zwei Stunden.

Wieder ein Fuchs und diesmal ein prächtiger noch gleich dazu. Er lief direkt auf mich zu, ich nahm die Waffe wieder hoch und hatte ihn die ganze Zeit im Glas. Er drehte ab in einen Busch hinein. Toll!!! Mein Inneres ICH fasste sich an den Kopf, dass konnte doch alles nicht wahr sein. Dann plötzlich rannte der Fuchs in einem Affenzahn in das hohe Gras, ein Hund folgte. Ich dachte gar nicht mehr an einen Schuss und legte das Gewehr beiseite.

Nachdem ich eine längere Zeit keinen Anblick mehr hatte, sollte mein Moment kommen. Hinter dem Hügel saß einer meiner angestellten Schützen - es knallte zwei Mal. Wie aus einem Reflex heraus nahm ich die Waffe hoch und drehte mich Richtung Hügel. Da kam doch tatsächlich eine Rotte Sauen gewechselt. Wie im Lehrbuch liefen sie. Ich wählte mir eine Sau aus und schoss. Sie lag! Ich wollte durchrepetieren, doch meine Waffe repetierte beide Patronen heraus. Das darf doch alles nicht wahr sein. Bis ich eine Kugel wieder im Lauf hatte, waren die Sauen im hohen Gras verschwunden. Kurz vor einem Heulkrampf, tobte ich ein paar Minuten wie Rumpelstilzchen auf meinem Stand. Das ist noch nie passiert. ich versuchte zu verstehen was da gerade passiert ist, aber es ging einfach nicht. Es wurde unglaublich kalt und der Wind blies kalte Luft zu meinem Sitz. Ich bibberte zum Schluss nur noch und war unglaublich froh, als es vorbei war.

Ich freute mich über meinen Frischling. Mein drittes Schwein - ich war wirklich happy!

Bis zum Ende der Jagd hatte ich nur noch in weiter Ferne drei Rehe im Anblick.

Hahn in Ruh - ich baumte ab und lief freudig zu meinem Schwein. Sauberer Lungenschuss, darüber war ich sehr froh. Ich lief schnell zu meinem Nachbarn und besprach mich mit ihm. Ich erzählte ihm was passiert sei, da er sich wunderte, warum ich nicht mehrmals geschossen hatte. Nachdem wir uns kurz einen Überblick über die gesamte Situation verschafften, liefen wir der Bracke Frieda hinterher. Er hatte ein Schwein beschossen - Nachsuche also. Wir liefen gemeinsam der Schweißspur nach, auf einmal war Frieda weg. Er gab mir seinen Autoschlüssel - ich holte das Auto, er lief noch ein Stück.
Ich rannte über Stock und Stein, schön in eine tiefe Pfütze - egal, weiter geht's! Am Amarok angekommen musste ich mir erstmal den Sitz verstellen - so viel Zeit muss sein. Das ist der Nachteil wenn man nur 1,67 groß ist ;-). Die größte Angst war es, dass Auto in diesem ganzen Matsch zu versenken, aber zum Glück ist alles gut gegangen. Ich war heilfroh angekommen zu sein, da brüllte er mir schon entgegen das Frieda Standlaut gibt und wir da hin müssen. Seiten getauscht und dann sind wir auch schon losgedüst. Mit dem Handgerät vom Garmin haben wir Frieda gefunden. Raus aus dem Auto und dann ging alles nur noch super schnell. Wir rannten in die Koppel hinein, Graben rauf, Graben runter. Wir sprangen über einen großen Baum, er stürzte - auch das noch. Nichts passiert, dann weiter. Ich habe noch schnell sein Abfangmesser aufheben können, da brüllte er schon "Los, schneller"! Wir kamen zu einem dichten Busch, Frieda stellte das Schwein, er gab der Sau den Fangschuss.

Überglücklich lies ich mich auf den Boden sinken, so viele Eindrücke - es ging alles so schnell. Das war meine erste richtige Nachsuche und ich bin überwältigt. Nach dem kurzen Moment der Erholung brachen wir gemeinsam das Schwein auf und zogen es gemeinsam zum Auto. Wieder ging es über Stock und Stein, über Gräben und unter Zäunen hindurch.

Wir fuhren zurück zu unseren Drückjagdständen, brachen auch noch fix mein Schwein auf und luden die Sachen und das restliche Wild ins Auto. Insgesamt hatten wir drei Schweine und ein Reh.
Völlig geschafft fuhren wir dann zum Streckenplatz. Dort wurden wir herzlichst begrüßt und in Empfang genommen. Dann wurde das Wild gewogen, ich kümmerte mich um den restlichen Papierkram. Dann wartete ich noch auf Frank, der noch auf einer Kontrollsuche war. In der Zeit unterhielt ich mich mit den anderen Jägern und lauschte ihren Geschichten vom Tag. Dann endlich gab es leckeres Chili con Carne von der Bundeswehr gekocht - es war richtig lecker. Darauf habe ich mich den ganzen Tag gefreut, da ich beim letzten Mal nichts essen konnte :-(. Wer gerne isst, wird mich verstehen. Ich habe extra den ganzen Tag nichts gegessen, weil ich mich so gefreut habe ;-).

Dann wurde die Strecke verblasen und die Erlegerbrüche überreicht. Voller Freude nahm ich meinen Bruch entgegen. Dann haben wir meinen Frischling ins Auto geladen, den Papierkram erledigt und sind voller Zufriedenheit die Heimreise angetreten.

Vielen Dank an Benjamin, für diese tolle Einladung und schöne Jagd!

Waidmannsheil und Waidmannsdank

Josi

An diesem Tag im Winter hatten wir Vollmond und ich beschloss diesen für einen Sauansitz zu nutzen. Es lag auch noch eine gut 25cm hohe Schneedecke was die Motivation noch mehr anfeuerte. Mond, Schnee und Sauen, das ist eine Kombination die so gut wie jeden Jäger glücklich macht. Die Wahl viel auf eine Kirrung im Fichtenhochwald, die gut angenommen war.

Im Wald angekommen zeigte sich der Himmel sternenklar und das Autothermometer knackige minus 15C. Das Auto ließ ich auf einem Waldweg stehen und pirschte zur Kanzel. Auf dieser richtete ich mich dann ein und harrte auf die Dinge die da kommen sollten. Die Zeit war recht kurzweilig da sich hier und da immer mal Rehwild zeigte, aber von den erhofften Sauen ließ sich einfach keine blicken.

Gegen 2Uhr beendete ich dann meinen Ansitz und wollte schnell wieder in den heimatlichen Kessel um noch etwas Schlaf zu bekommen. Es war im laufe der Nacht auch wärmer geworden, wenn man minus 10C überhaupt als warm bezeichnen kann. Jedenfalls begann es auch noch zu schneien. Als ich mich dann in meinen Golf setzte um die Heimreise anzutreten, konnte ich diesen auch normal starten, nur losfahren wollte er nicht.

Als ich ausstieg um zu schauen was das Problem ist, stellt ich fest, dass ich auf einer großen gefrorenen Pfütze gestanden hatte und die durch die Hinfahrt aufgeheizten Reifen, hatten sich ein bisschen in das Eis eingeschmolzen. Die Räder drehen einfach durch. Tolle Wurst! Ich stieg wieder ein und gab Gas bis es nach Gummi roch. Das Problem verschlechterte ich natürlich weiter. Dann ist mir der Gedanke gekommen etwas unter die Reifen zu legen aber Zweige und Fußmatten die ich unter die Räder packte, flogen, als ich aufs Gaspedal drückte im hohen Bogen davon. Nun wollte ich einen Jagdkamerad anrufen, um diesen zu fragen ob er mich mit seinem Jeep von der Eisplatte ziehen könnte. Aber soweit kam es dann gar nicht da mein Akku vom Handy vermutlich durch die Kälte bereits den Geist aufgegeben hatte.

Auf Tauwetter konnte ich natürlich nicht warten, also kam mir der glorreiche Gedanke das Auto einfach von der Pfütze zu schieben, waren ja nur 3Meter,das kann ja nicht so schwer sein. War ja alles eben. Also den Gang raus und ab hinters Auto. Warum mir diese Idee nicht schon gleich gekommen war, dachte ich noch und begann am Kofferraum zu schieben was die Muskeln hergaben. Und ob ihr es glaubt oder nicht, ich hatte das Gefühl es tut sich was und gab noch mal alles.

In diesen Moment spürte ich einen heftigen Schmerz im linken Bein. Dieses gab auch noch nach und ich fiel hinter das Auto in den Schnee. Ich stieß einen Schrei aus der lauter war als jeder Platzhirsch röhren konnte. Ich wälzte mich hin und her und die Faserpelzjacke nahm den Schnee auf und ich verwandelte mich obenrum zu einem Schneemann. Ich versuchte klar zu denken was passiert war. Ich dachte das Bein muss gebrochen sein und es wird nicht lange dauern und die Wildschweine, auf die ich vorhin noch so sehr gelauert hatte, kommen zu mir und rechen sich für ihre getöteten Artgenossen. Sollte das, wieder erwartend nicht eintreffen, wird mich wohl die Kälte dahinraffen. Da denkt man sich auch wie naiv es wieder war, niemanden genau gesagt zu haben, wo man genau in dieser Nacht ansitzen möchte.

Ich möchte hier nochmal sagen, dass der Gedanke mit den sich rechenden Sauen totaler Müll ist aber in dem Moment geht einen sowas durch den Kopf. Die Sache mit der Kälte war aber nicht außer acht zu lassen. Also galt es sich selbst zu retten und einen kühlen Kopf zu bewahren, was einem ja im Winter durch die Kälte wohl leichter fallen sollte als im Sommer.

Ich tastete das Bein ab und stellte fest das das Bein wohl doch nicht gebrochen war aber die Kniescheibe war nicht mehr da wo sie hin gehörte. Also biss ich die Zähne zusammen und drücke diese wieder mit Schwung in die richtige Position und nach einem kurzen Schnappen war der Schmerz erträglich. Ich konnte wieder aufstehen und wenigstens humpelnd laufen. Der Rest ist schnell erzählte.

Den einen Kilometer bis zur Straße geschleppt. Dort versucht ein Auto anzuhalten, was als halber Schneemann, um 4 Uhr Nachts, mitten im Nirgendwo, gar nicht so einfach ist aber ein Kurierfahrer hielt tatsächlich an und öffnete das Fenster einen Spalt breit. Er wollte mein Auto nicht bergen aber ich durfte wenigstens sein Handy benutzen und konnte meinen Jagdkollegen anrufen, der mich abholte und gleich noch das Auto von der Todespfütze zog.

Fazit: sagt immer jemanden wo ihr Ansitzen wollt.

 

Wmh Jonas

 

Der Bearstep LiquiMaster ist ein Produkt von Askari.

Okay, im ersten Moment habe ich die Qualität für den Preis von 29,99€ schon angezweifelt. Mittlerweile haben sich die Zweifel gelegt und ich möchte den LiquiMaster im jagdlichen Alltag oder bei den Hunderunden mit Alvin nicht mehr missen.

Auf die Idee sind wir gekommen, da wir viel im Revier aufbrechen und eine Möglichkeit der Säuberung von Wildbret, Arbeitsmaterialien und unseren Händen suchten. Lange überlegten wir, was sich gut eignen würde. Als Idee hatten wir alles von Wasserflaschen bis Kanister. Aber irgendwie waren wir damit nicht zufrieden, denn den Ideen fehlte immer der nötige Wasserdruck.

Also setzte sich Frank hin und suchte im Internet weiter und stieß dabei zufällig auf den LiquiMaster. Für ca. 30€ konnte man ja eigentlich auch nicht viel falsch machen, also kauften wir ihn.

Nachdem das gute Stück bei uns ankam wurde es gleich gefüllt. Am Anfang testeten wir viel an unseren Schuhen, Alvin`s Pfötchen wurden (unfreiwillig -typisch Bracke) vom groben Dreck befreit und die Hände nach der Benutzung von Sohlengold Vorort gewaschen.

Am Wild kam er erst zum Einsatz, als mir mein Schuss auf mein zweites Kitz misslang. Dann musste es schnell gehen. Jeder dem das schon einmal passiert ist, weiß wie wichtig es ist, dass Wildbret vor Verunreinung zu schützen. Also an den Hinterläufen aufgehangen, aufgebrochen und mit dem LiquiMaster alles ausgespült. So musste ich in der Kühlzelle nur noch einmal alles kontrollieren.

Seitdem kann ich ihn mir nicht mehr wegdenken. Nach der Jagd noch zur Tankstelle, geht nun ohne blutverschmierte Hände ;-).

Der LiquiMaster ist in seiner Handhabung sehr einfach. Durch das Pumpen über den großen Griff wird Druck im Behälter aufgebaut. Ist das erledigt, kann es auch schon losgehen. Der 3m lange Schlauch ist einfach perfekt - nicht zu lang, nicht zu kurz. Nur noch den Griff am Brausekopf drücken - Wasser marsch!
Durch verschiedene Einstellungen über eine Drehung am Brausekopf, hat man von einem einzelnen Strahl bis hin zu feinem "Regen" alles dabei. Er wird also jedem individuellen Anspruch gerecht.

Wird der LiquiMaster nicht mehr benutzt, so lässt man an dem kleinen Überdruckventil die Luft ab, wickelt den Schlauch auf und rastet den Griff ein. Mit seiner Größe von 55cm und seinem Fassungsvermögen von 13 Litern, lässt er sich gut transportieren. Zu bemerken sind die beiden Aufsätze, die im Lieferumfang enthalten sind. Falls noch weitere Aufsätze benötigt werden, sollte dies kein Problem sein. Der Anschluss sieht aus wie bei jedem herkömmlichen Gartenschlauch, getestet haben wir andere Düsen jedoch noch nicht. Einfach im naheliegenden Baumarkt die Anschlüsse vergleichen und los gehts.

Fazit: Wer mehr als nur einen Kanister Wasser im Revier benötigt, sondern auch mal mehr Wasserdruck braucht, sollte sich den LiquiMaster auf alle Fälle zulegen!

 

 

Daumen hoch - absolute Kaufempfehlung.

Waidmannsheil Josi

Als ich eines Sonntagsfrüh im Januar eine Revierrunde drehte entdeckte ich, dass die Schwarzkittel nahe eines ca. 2 ha großem Feldgehölzes, auf einer Wiese frischen Schaden angerichtet hatten.

Mir kam die Idee, dass sie sich wahrscheinlich in dem Gehölz eingeschoben haben könnten... Also schnell mal durchdrücken um Gewissheit zu haben.
Mit dem Handy  habe ich die Nummern, der in der Nähe wohnenden Jagdfreude gewählt und naja es war 10uhr Sonntags. Entweder waren diese vom Vorabend noch waidwund im Kessel, Mittag zum Essen eingeladen, beim Sport oder zu wenig motiviert.

Die Suche nach ein paar Treibern hatte das gleiche Ergebnis. Es sagten wenigstens ein älterer, langjähriger Jagdkumpel zu und ein Kumpel der als Treiber fungierte. Unsere Truppe wurde komplettiert von meiner Teckeldame Luna.

Somit traf sich die kleine Jagdgesellschaft in der Nähe des Gehölzes. Für das Gebiet waren 5 Jäger optimal gewesen aber so deckte ich den unteren Teil ab und mein alter Freund den oberen.

Das Treiben begann, Luna gab rasch Laut und und schon sah ich ein paar Stück Rehwild die schützende Deckung verlassen. Wenigstens schonmal Anblick gehabt dachte ich mir noch. Kurz darauf sah ich in einer Lücke das Sauen in Richtung Feldrand flüchteten, allerdings natürlich da wo keiner stand.

Nun galt es schnell zu reagieren. Ich bin dann wie ein Sprinter, allerdings ohne Turnschuhe sondern mit meinen bewährten Gummistiefeln in Richtung des vermeintlichen Auswechselt gestürmt und da sah ich sie aber schon auf ca. 120m übers Feld flüchten, gefolgt von der giftigen Teckeldame.

Zwei riesige „Koffer“ vorweg und fünf stramme Frischlinge hinterher. Die Wahl fiel auf den letzten strammen Frischling. Da Kugelfang vorhanden war schickte ich die 7x64 auf die Reise. Dieser zeichnete deutlich auf den Schuss hin und nach 10m Flucht lag er dann mit gutem Treffer.

Die sechsköpfige Rotte war mittlerweile über eine Kuppe auf und davon. Luna beutelte die Sau - Freude pur über den 34kg Frischlingskeiler. Einfache Rechnung: Zwei Jäger minus einen Treiber mal einen Kampfdackel ergibt eine Sau und ein klasse Erlebnis.

 

Waidmannsheil und Waidmannsdank

Seit diesem Jagdjahr darf ich in einem traumhaften Revier ganz in der Nähe meines Wohnortes jagen und wie das in der Jagd so oft ist, kam mir auch hier der Zufall oder besser gesagt ein auf meinem Arm schlafender Hund auf einer Drückjagd zur Hilfe. Zufällige Bekanntschaften sind doch oft die besten.

Schon seit Beginn bin ich viel in "meinem Wohnzimmer" unterwegs, kirre, repariere kleinere Dinge oder pflege Pirschwege. Gut eingelebt kennt man inzwischen die ein oder andere jagdlich attraktive Ecke, eben jagen mit Wohlfühlfaktor.

Seit dem 1. Mai saß ich nun regelmäßig auf einen Bock an, doch nie passte es so richtig. Viel Anblick von weiblichem Rehwild und im Verlauf auch von Ricken mit Kitz ließ mich zuversichtlich in die Zukunft blicken - für Nachwuchs ist also schon mal gesorgt. Aber trotzdem ließ der passende Bock auf sich warten. Flüchtig oder "auf der falschen Seite der Grenze" stehend war immer etwas, was nicht so wollte wie ich es mir gewünscht hätte.

Auch die Blattzeit begann mit Regenwetter und lief auch für die meisten anderen im Revier eher schleppend. Nachdem ich einen Abend lang mit meiner Tochter jagen war erblickte ich "meinen Bock" auf dem Weg nach Hause zum ersten mal. Er wechselte vor meinem Auto über die Straße und war sofort verschwunden. Als der Wind dann passte beschloss ich, mich nach der Arbeit das erste mal an diese Ecke zu setzen. Ich kannte die Kanzel und auch die Entfernungen, hatte dort jedoch noch nicht gejagt. Nach einer Stunde vernahm ich ihn das erste Mal, er stand rechts von mir im Gebüsch, nicht zu beschießen. Ich freute mich über den Anblick und beschloss es am nächsten Abend wieder zu versuchen.

Am nächsten Abend baumte ich bereits sehr rechtzeitig auf, um keine Unruhe zu machen. Bereits nach einer halben Stunde war "er" wieder da. Dieses Mal trat er vor mir am anderen Ende der Fläche aus, leider auch dort sehr hoher Bewuchs. Eine geschlagene halbe Stunde hatte ich seine Lauscher und das Gehörn im Absehen, die erste Aufregung war bereits verflogen aber er tat mir einfach nicht den Gefallen aus der Deckung heraus zu treten, um ihm einen sauberen Schuss an zu tragen. Eine halbe Stunde, die Waffe im Anschlage, eine halbe Stunde warten auf den einen Moment, eine halbe Stunde hoffen und dann, nichts. Der Bock verschwand und die Enttäuschung war riesig, wieder nix. Am Folgetag wollte ich es erneut versuchen aber meine Arbeit im Rettungsdienst machte mir einen Strich durch die Rechnung, Überstunden sind leider nie planbar. Einer meiner Mitjäger sah den Bock am Abend, aber das es bei uns sehr fair zu geht blieb der Finger grade.

Neuer Tag, neues Glück, aber wieder die Arbeit im Nacken. Bereits vor der Arbeit bereitete ich alles vor, damit abends alles zügig von statten ginge. Der Arbeitstag verlangte mir alles ab, wieder konnte ich nicht pünktlich gehen, aber ich wollte unbedingt raus, jagen, durchatmen, den Tag ruhig ausklingen lassen. Zeitlich recht knapp baumte ich auf und langsam kehrte auch bei mir Ruhe ein. Schon nach kurzer Zeit ging mein Handy, ein Mitjäger hatte am anderen Ende des Reviers Waidmannsheil. Es wurde später - "heute ist der Bock unpünktlich" schoss es mir durch den Kopf und meine Zuversicht schwand. Ein Waschbär leistete mir Gesellschaft, aber ich lies ihn laufen, in der Hoffnung, dass das der Bock sich vielleicht einfach nur verspätete. In zehn Minuten sollte es dunkel werden, als ich rechts ein rascheln vernahm. Um keine Zeit zu verlieren nahm ich gleich die Waffe hoch, ein kurzer Blick reichte um meinen Bock wieder zu erkenne. Wenige Sekunden später stand er breit und die Sorge, er könnte gleich wieder ins Gestrüpp ziehen lies mich nicht mehr zögern. Der Schuss brach und ich war mir sicher gut abgekommen zu sein.

Gemeinsam mit meinem Pächter barg ich den Bock und verbrach ihn, glücklich, dankbar und äußerst zufrieden über den sauberen Kammertreffer und den Bock, den ich mir so mühsam ersessen habe.

Dieser Bock wird mir wohl ein Leben lang in Erinnerung bleiben, war er doch tagelang schlauer als ich.

Waidmannsheil

Miriam

Insta: miri_geht_jagen

Es war August und die Sonne strahlte endlich wieder nach einer Woche Dauerregen.

Ich wollte mein Glück auf den Schwedenbock (Geschichte folgt) versuchen, einen braven 6er den ich schon über 2 Jahre kannte. Er hatte dieses Jahr ein ungewöhnlich starkes Gehörn und da ich noch einen Bock frei hatte, sollte es dieser werden. Er hatte seinen Einstand in einer 3 Hektar großen Waldinsel. Diese umgab heuer auf der einen Seite ein halb geerntetes Rapsfeld.Auf der anderen Seite Mais und angrenzend ein Weizenstoppelfeld. An dieser Ecke wollte ich sitzen.

Ich stiefelte gerade vom Auto zum Sitz und freute mich auf entspannte Stunden als ich eine Bewegung am Waldrand direkt neben der Leiter wahrnahm. Ich war recht unvorsichtig angelaufen, da ich um diese Zeit noch nicht mit Wild gerechnet hatte und das rächte sich jetzt.

Dort stand der gesuchte Bock mit einem Schmalreh und äugte mir auf nur 20 Schritt entgegen. Wir waren beide über die Anwesenheit des anderen ziemlich erstaunt und so musterten wir uns beide einen Augenblick, eh sich der Bock, in hohen Fluchten entfernte. So ein Mist!!

Was sollte ich tun? Auf den Sitz rauf?

Er würde ja wohl kaum heute dort nochmal auftauchen. Nein, ich fasste den Entschluss ihm nachzugehen und pirschte in die Richtung in der der Gesuchte entschwunden war. Alle Sinne angespannt und so ging es durch den Bestand. Da die Insel je nicht besonders groß war gelangte ich schnell an den Rapsrand. Dort stand eine alte völlig vermooste Bockleiter. Diese war mir vorher noch nie aufgefallen. Mir kam der Gedanke, dass ich von dort oben über das stehende Feld schauen und so vielleicht den Bock ausmachen könnte. Also mal kurz gerüttelt, sie schien stabil zu sein.

Arschbacken zam und rauf auf das prähistorische Teil. Bei jeder Sprosse ächzte die Leiter besorgniserregend. Als ich gerade oben angekommen war kam es so, wie es kommen musste. Die oberste Sprosse gab nach. Ich klammerte mich an der Brüstung fest und versuchte verzweifelt die nächste Sprosse zu erreichen als dies gelang krachte auch diese entzwei und ich umklammerte nun nur noch einen Leiterholm und strampelte Halt suchend in knapp 4 Metern herum. Das war dann zu viel für den Sitz. Nun kippte das Ganze samt mir zur Seite weg. Glücklicherweise waren, dort wohin die Leiter fiel, etliche Büsche gewachsen und diese nahmen mich und die Leiter in Empfang. So war ich nun zwar komplett grün vom Moos und hatte auch ein paar Kratzer durch die Äste aber sonst war ich unverletzt. Die Waffe hatte auch nichts weiter abbekommen, da ich diese wie einen Säugling beim Sturz fest an mich gedrückt hielt. Also nochmal mächtig Glück gehabt!

Als ich dann die verstreuten Sachen aufsammelte hätte ich schwören können den Bock zurecht lachen gehört zu haben. Den Bock hatte ich nach dem ganzen Krach abgeschrieben, aber es war einfach so schön draußen. Also beschloss ich, mich auf die ursprünglich geplante Leiter zu setzen,um einfach den Abend zu genießen und mich zu freuen, dass ich mir nicht das Genick gebrochen habe. Als ich dann endlich saß, konnte ich ein paar Hasen auf der Stoppel beobachten und der Puls war wieder im Normalbereich. Aber nicht lange.

Denn auf 250m wechselten 3 Überläufer aus dem Mais auf die Stoppel. Mensch das gibt’s doch nicht! Das Licht war noch klasse und die Größe passte auch bei den Sauen. Das Einzige was schlecht war, war die Entfernung. Was tun?

Die Chance wollte ich nicht ungenutzt lassen also runter vom Sitz und angepirscht. Ich schlich langsam in der 5ten Maisreihe und vergewisserte mich immer das die Sauen auch noch da waren, indem ich immer mal aus dem Mais zu ihnen spähte.

Als ich gut 80m an Ihnen dran war, zogen diese doch tatsächlich wieder in den Mais hinein. Das darf doch nicht wahr sein!! Ich versuchte ihnen den Weg abzuschneiden und drang nun selber tiefer in den Mais ein. Auf einmal konnte ich sie hören. Sie müssen unmittelbar in meiner Nähe sein. Ich war voll angespannt und versuchte im hocken irgendwas zu erkennen, aber da war nur eine grüne Wand.

Nun hörte ich wie die Sauen versuchten mich zu umschlagen, um Wind zu holen. Jetzt müssten sie bald auf meine Reihe wechseln. Was für ein Krimi. Ich ging in die Hocke und zielte in die Richtung wo die Sauen auftauchen sollten. Ich war im Anschlag und bereit. Ein Haupt eines Überläuferkeilers erschien zwischen den Blättern und Stängeln und schob sich 10m vor mir zwischen die Reihen. Er verhoffte kurz und ich krümmte den Finger durch, er konnte wohl den Knall nicht mehr hören, als er wie vom Blitz getroffen zusammen brach. Sein 2 Mitstreiter entfernten sich zügig. Als ich dann vor dem 50kg Burschen stand, ließ ich die letzte Stunde nochmal Revue passieren.
Ich hatte an diesen Abend einfach richtig Schwein gehabt.

Waidmannsheil und Waidmannsdank

J.

Seit Montag jagen wir im neuen Revier beim Thüringer Forst.
Eine schöne Ecke in der wir 10 Sitze für uns haben. Hier sind wir ungestört und können so viel jagen wie wir wollen.

Nun zog es uns jeden Tag und jeden Abend raus ins Revier. Am Montag hatte ich so viel Anblick, bin aber nicht zum Schuss gekommen. Zwischen den Bäumen konnte ich ein Schmalreh entdecken, dann zog über die Wiese ein Jungfuchs und später dann, hörte ich in der Dickung neben mir die Sauen rennen, quieken und schnauben. Leider aber zeigte sich keine von ihnen.

So ging es täglich weiter und am Donnerstag ärgerte ich mich einmal mehr über mich. Dort wo ich sitze ist ein wortwörtlich Nest an Bremsen. Das ist unglaublich. Jedenfalls lief ich meinen Sitz an und musste dann nach links in einen Weg einbiegen. Da wir 5 Minuten vorher mit dem Auto dort vorbei gefahren sind und ich kein Wild sah dachte ich mir nichts bei und hatte damit zutun, mir diese elenden Bremsen vom Leib zu halten. Gefährlich wurde es nur, als sie mir direkt ins Auge flog, naja und unter meiner Cappi gefangen wedelte, ich wie verrückt, um dieses Tier loszuwerden. Ich lief nebenbei weiter und wollte gerade in den Weg einbiegen, da machte ich einen Bock hoch. Ich hatte den mit meinem Gewedel nun also vergrämt.

Mist dachte ich mir, dass fängt ja schonmal gut an. Ich baumte dann leise auf und hörte ihn in dem Dickicht nebenan laufen. Meine Hoffnung war noch nicht verflogen, vielleicht kommt er ja noch einmal wieder. Ich ließ mir etwas länger Zeit als sonst und fing dann nach ca. 40 Minuten die erste Serie an zu blatten. Hm, nichts reagierte. Ich wartete 5 Minuten und versuchte mein Glück noch einmal, aber auch hier blieb es ruhig. Ich beließ es dabei und lehnte mich zurück. Ich machte die Augen zu und genoss die Ruhe und das zwitschern der Vögel.

Später am Abend erfreute mich dafür der Anblick einer Ricke mit ihren beiden Kitzen. Es war so schön den beiden beim erkunden zusehen zu können. Das Video davon werde ich euch mit hochladen. Nicht die beste Qualität, aber man kann alles erkennen. Muss wohl doch mal eine neue Kamera her ;-)!

Als es dann dunkel wurde und wir nichts mehr sehen konnten, baumten wir ab und erzählten uns auf der Heimfahrt unsere Anblicke. Wie immer haben wir viel gesehen, aber keiner von uns beiden hat Beute gemacht. Aber gar nicht schlimm, manchmal reichen solche Anblicke aus.

Am Freitagmorgen um 4 Uhr klingelte der Wecker. Naja unbeeindruckt davon drehten wir beide uns wieder um und schliefen dann doch wieder ein. Die innere Uhr weckte mich dann doch halb 7 und ich ärgerte mich, dass wir nicht aufgestanden sind. Naja gehen wir halt am Abend raus und so taten wir es auch.

Frank holte mich 18 Uhr nach meinem Dienst ab und dann fuhren wir auch schon ins Revier. Im Auto noch fix die Schuhe gewechselt und die Hose und Jackentaschen mit allem ausgerüstet.
Wieder baumte ich an meiner Lieblingsecke auf, an der ich nun jeden Tag Anblick hatte.

Ohne Stress ließ ich mich auf meinem Sitz nieder, stellte und legte alles zurecht und wartete. Diesmal habe ich mich entschieden erst später zu blatten. Es muss so gegen 19.00 gewesen sein und ich versuchte eine Serie mit dem Blatter. Erst ganz zaghaft, dann wieder eine Pause und dann nochmals eine Serie mit dem Fiep. 10 Minuten später versuchte ich mich mal am Sprengruf, mehr als nichts kommen kann ja nicht! Siehe da, der Bock kam. Er zog an der rechten Seite aus dem Dickicht heraus, in meine Richtung. Nie stand er breit und er zog immer weiter hinter den Sitz. Ich überlegte im Kopf schon wie und wo ich auflegen sollte.

Er wollte auf der anderen Seite in den Wald hinein ziehen, ich ging mit der Waffe mit, er verhoffte auf meinen Pfiff nur einen Moment und ich ließ die Kugel fliegen. Aber was war das?? Ich repetierte unbewusst durch und schaute weiter durch mein Zielfernrohr.
Die Reaktion des Bockes war ein weglaufen. Ich sah den Bock nur durch das Dickicht rennen und dann war er aus meinem Blickfeld auch schon verschwunden. Shit!!!!

Nicht getroffen? Schlecht getroffen? Was hast du gemacht? Was ist denn nun passiert?

Mein Puls raste und ich konnte in dem Moment keinen klaren Gedanken fassen. Ich nahm mein Handy und wollte Frank schreiben. Meine Hände und Beine zitterten so doll. Es waren gerade 5 Minuten rum, aber es hielt mich nicht mehr oben. Dieser Gedanke nicht zu wissen was los ist, machte mich wahnsinnig. Ich ging also zum Anschuss. Schweiß!!! Ok, du hast getroffen. Ich verfolgte die Spur ein Stück ins Unterholz und sah das ich da nicht so einfach durchkomme. Ich überlegte mir, auf dem Weg zu schauen. Vielleicht ist er ja auf die andere Seite gewechselt. Ich lief langsam um die Ecke herum und trat auf den Weg. Am Weg entlang führt ein kleiner, bewachsener Graben. Ich blieb stehen, denn ich sah ihn liegen. Ich nahm meine Waffe hoch und schaute durch mein Zielfernrohr nach der Atmung und Bewegung des Tieres. Nichts!!!!

Langsam und mit zittrigen Beinen trat ich an ihn heran und sackte neben ihm zusammen. Ich konnte nichts dagegen tun, mir schossen die Tränen in die Augen und ich wusste nicht warum! Ich nahm den Bock und brachte ihn an meinen Sitz. Was war denn nur los mit mir? Die Tränen kullerten und ich konnte einfach nicht aufhören.

Das letzte Mal war die Reaktion so heftig, als ich meinen 1. Bock geschossen habe. Irgendwie fühlte es sich nach der langen Jagdpause auch wieder so an. Nur so konnte ich mir selbst diese heftigen Emotionen erklären. Ich versuchte Frank zu erreichen, kein Empfang. Mist! Wieder hoch auf den Sitz und dort gewartet. Ewig hat das Netz gesucht und dann rief er an. Er fragte was los war. Ich erklärte immer noch unter Tränen die Situation und er machte sich auf den Weg zu mir.

Ich stieg wieder vom Sitz ab und gab dem Bock den letzten Bissen. Ich setzte mich neben ihn, legte meine Hand auf seine Brust und wartete. Es wurde still um mich herum. In dem Moment hatte ich das Gefühl keinen Vogel zwitschern zu hören, keine Fliege summte, der Wind bewegte auch kein Blatt mehr. Ich schaute mir meinen Schuss nochmal genauer an und war unzufrieden mit mir selbst. Der Einschuss war auf der rechten Seite an der drittletzten Rippe reingegangen und leider auf der linken Seite am Vorderlauf raus.

Mist!!! Darüber ärgerte ich mich in dem Moment so sehr. Ich ging die Situation vor dem Schuss noch ein Mal durch. Stand er doch nicht breit genug? Eine kurze Bewegung vom Bock? Je öfter ich darüber nachdachte, umso unsicherer wurde ich mir zum Schluss.

Frank kam, wünschte mir Waidmannsheil und ich erklärte was los war. Er versuchte mich zu beruhigen, auch das der Schuss nicht schlecht war. Der Bock lag sofort, dass Herz war getroffen, also alles ok. Das ich mich ärgerte sei ok - wäre schlimm wenn es nicht so wäre. Wir brachen bei der Hitze den Bock gleich im Revier auf, nutzten dafür die Leiter des Hochsitzes. Gleich durfte ich mir mal das Ringeln aus nächster Nähe ansehen. Selbst habe ich das noch nie gemacht.

Den Bock haben wir dann ins Auto geladen und sind ins Forstamt gefahren um zu säubern und zu wiegen. Schnellstmöglich sollte er in die Kühlung kommen, denn draußen war es drückendes Wetter. Angekommen haben wir abgeschärft was nötig war, den Dreck abgespült und den Bock gewogen. Knapp 17 kg aufgebrochen hatte der Gute. Wir schätzen ihn auf 3-4 Jahre, genaueres werden wir sehen, wenn wir ihn abkochen. Alle Formalien ausgefüllt und dann den Zerwirkraum gesäubert - jetzt schnell nochmal raus und wieder hingesetzt. Wir hofften auf die Rotte Sauen, die den einen Abend ja schon vor 22 Uhr unterwegs war. Mehr als eine Ricke mit Kitzen, die Frank beobachten konnte, kam dann aber nicht mehr.

So baumte ich dann gegen 22.15 ab und lief zum Auto. Wir fuhren nach Hause und ich erzählte immer nochmal vom Bock und reflektierte nochmal meinen Schuss. Im Hinterkopf hatte ich aber, dass er nicht leiden musste und sofort verendet ist, dennoch werde ich beim nächsten Schuss nochmal genauer aufpassen.

Ein Bock der mir wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Waidmannsheil und Waidmannsdank

Josi

p.s. Danke Jonas für die Titelidee 😉

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