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An diesem Tag im Winter hatten wir Vollmond und ich beschloss diesen für einen Sauansitz zu nutzen. Es lag auch noch eine gut 25cm hohe Schneedecke was die Motivation noch mehr anfeuerte. Mond, Schnee und Sauen, das ist eine Kombination die so gut wie jeden Jäger glücklich macht. Die Wahl viel auf eine Kirrung im Fichtenhochwald, die gut angenommen war.

Im Wald angekommen zeigte sich der Himmel sternenklar und das Autothermometer knackige minus 15C. Das Auto ließ ich auf einem Waldweg stehen und pirschte zur Kanzel. Auf dieser richtete ich mich dann ein und harrte auf die Dinge die da kommen sollten. Die Zeit war recht kurzweilig da sich hier und da immer mal Rehwild zeigte, aber von den erhofften Sauen ließ sich einfach keine blicken.

Gegen 2Uhr beendete ich dann meinen Ansitz und wollte schnell wieder in den heimatlichen Kessel um noch etwas Schlaf zu bekommen. Es war im laufe der Nacht auch wärmer geworden, wenn man minus 10C überhaupt als warm bezeichnen kann. Jedenfalls begann es auch noch zu schneien. Als ich mich dann in meinen Golf setzte um die Heimreise anzutreten, konnte ich diesen auch normal starten, nur losfahren wollte er nicht.

Als ich ausstieg um zu schauen was das Problem ist, stellt ich fest, dass ich auf einer großen gefrorenen Pfütze gestanden hatte und die durch die Hinfahrt aufgeheizten Reifen, hatten sich ein bisschen in das Eis eingeschmolzen. Die Räder drehen einfach durch. Tolle Wurst! Ich stieg wieder ein und gab Gas bis es nach Gummi roch. Das Problem verschlechterte ich natürlich weiter. Dann ist mir der Gedanke gekommen etwas unter die Reifen zu legen aber Zweige und Fußmatten die ich unter die Räder packte, flogen, als ich aufs Gaspedal drückte im hohen Bogen davon. Nun wollte ich einen Jagdkamerad anrufen, um diesen zu fragen ob er mich mit seinem Jeep von der Eisplatte ziehen könnte. Aber soweit kam es dann gar nicht da mein Akku vom Handy vermutlich durch die Kälte bereits den Geist aufgegeben hatte.

Auf Tauwetter konnte ich natürlich nicht warten, also kam mir der glorreiche Gedanke das Auto einfach von der Pfütze zu schieben, waren ja nur 3Meter,das kann ja nicht so schwer sein. War ja alles eben. Also den Gang raus und ab hinters Auto. Warum mir diese Idee nicht schon gleich gekommen war, dachte ich noch und begann am Kofferraum zu schieben was die Muskeln hergaben. Und ob ihr es glaubt oder nicht, ich hatte das Gefühl es tut sich was und gab noch mal alles.

In diesen Moment spürte ich einen heftigen Schmerz im linken Bein. Dieses gab auch noch nach und ich fiel hinter das Auto in den Schnee. Ich stieß einen Schrei aus der lauter war als jeder Platzhirsch röhren konnte. Ich wälzte mich hin und her und die Faserpelzjacke nahm den Schnee auf und ich verwandelte mich obenrum zu einem Schneemann. Ich versuchte klar zu denken was passiert war. Ich dachte das Bein muss gebrochen sein und es wird nicht lange dauern und die Wildschweine, auf die ich vorhin noch so sehr gelauert hatte, kommen zu mir und rechen sich für ihre getöteten Artgenossen. Sollte das, wieder erwartend nicht eintreffen, wird mich wohl die Kälte dahinraffen. Da denkt man sich auch wie naiv es wieder war, niemanden genau gesagt zu haben, wo man genau in dieser Nacht ansitzen möchte.

Ich möchte hier nochmal sagen, dass der Gedanke mit den sich rechenden Sauen totaler Müll ist aber in dem Moment geht einen sowas durch den Kopf. Die Sache mit der Kälte war aber nicht außer acht zu lassen. Also galt es sich selbst zu retten und einen kühlen Kopf zu bewahren, was einem ja im Winter durch die Kälte wohl leichter fallen sollte als im Sommer.

Ich tastete das Bein ab und stellte fest das das Bein wohl doch nicht gebrochen war aber die Kniescheibe war nicht mehr da wo sie hin gehörte. Also biss ich die Zähne zusammen und drücke diese wieder mit Schwung in die richtige Position und nach einem kurzen Schnappen war der Schmerz erträglich. Ich konnte wieder aufstehen und wenigstens humpelnd laufen. Der Rest ist schnell erzählte.

Den einen Kilometer bis zur Straße geschleppt. Dort versucht ein Auto anzuhalten, was als halber Schneemann, um 4 Uhr Nachts, mitten im Nirgendwo, gar nicht so einfach ist aber ein Kurierfahrer hielt tatsächlich an und öffnete das Fenster einen Spalt breit. Er wollte mein Auto nicht bergen aber ich durfte wenigstens sein Handy benutzen und konnte meinen Jagdkollegen anrufen, der mich abholte und gleich noch das Auto von der Todespfütze zog.

Fazit: sagt immer jemanden wo ihr Ansitzen wollt.

 

Wmh Jonas

Als ich eines Sonntagsfrüh im Januar eine Revierrunde drehte entdeckte ich, dass die Schwarzkittel nahe eines ca. 2 ha großem Feldgehölzes, auf einer Wiese frischen Schaden angerichtet hatten.

Mir kam die Idee, dass sie sich wahrscheinlich in dem Gehölz eingeschoben haben könnten... Also schnell mal durchdrücken um Gewissheit zu haben.
Mit dem Handy  habe ich die Nummern, der in der Nähe wohnenden Jagdfreude gewählt und naja es war 10uhr Sonntags. Entweder waren diese vom Vorabend noch waidwund im Kessel, Mittag zum Essen eingeladen, beim Sport oder zu wenig motiviert.

Die Suche nach ein paar Treibern hatte das gleiche Ergebnis. Es sagten wenigstens ein älterer, langjähriger Jagdkumpel zu und ein Kumpel der als Treiber fungierte. Unsere Truppe wurde komplettiert von meiner Teckeldame Luna.

Somit traf sich die kleine Jagdgesellschaft in der Nähe des Gehölzes. Für das Gebiet waren 5 Jäger optimal gewesen aber so deckte ich den unteren Teil ab und mein alter Freund den oberen.

Das Treiben begann, Luna gab rasch Laut und und schon sah ich ein paar Stück Rehwild die schützende Deckung verlassen. Wenigstens schonmal Anblick gehabt dachte ich mir noch. Kurz darauf sah ich in einer Lücke das Sauen in Richtung Feldrand flüchteten, allerdings natürlich da wo keiner stand.

Nun galt es schnell zu reagieren. Ich bin dann wie ein Sprinter, allerdings ohne Turnschuhe sondern mit meinen bewährten Gummistiefeln in Richtung des vermeintlichen Auswechselt gestürmt und da sah ich sie aber schon auf ca. 120m übers Feld flüchten, gefolgt von der giftigen Teckeldame.

Zwei riesige „Koffer“ vorweg und fünf stramme Frischlinge hinterher. Die Wahl fiel auf den letzten strammen Frischling. Da Kugelfang vorhanden war schickte ich die 7x64 auf die Reise. Dieser zeichnete deutlich auf den Schuss hin und nach 10m Flucht lag er dann mit gutem Treffer.

Die sechsköpfige Rotte war mittlerweile über eine Kuppe auf und davon. Luna beutelte die Sau - Freude pur über den 34kg Frischlingskeiler. Einfache Rechnung: Zwei Jäger minus einen Treiber mal einen Kampfdackel ergibt eine Sau und ein klasse Erlebnis.

 

Waidmannsheil und Waidmannsdank

Seit diesem Jagdjahr darf ich in einem traumhaften Revier ganz in der Nähe meines Wohnortes jagen und wie das in der Jagd so oft ist, kam mir auch hier der Zufall oder besser gesagt ein auf meinem Arm schlafender Hund auf einer Drückjagd zur Hilfe. Zufällige Bekanntschaften sind doch oft die besten.

Schon seit Beginn bin ich viel in "meinem Wohnzimmer" unterwegs, kirre, repariere kleinere Dinge oder pflege Pirschwege. Gut eingelebt kennt man inzwischen die ein oder andere jagdlich attraktive Ecke, eben jagen mit Wohlfühlfaktor.

Seit dem 1. Mai saß ich nun regelmäßig auf einen Bock an, doch nie passte es so richtig. Viel Anblick von weiblichem Rehwild und im Verlauf auch von Ricken mit Kitz ließ mich zuversichtlich in die Zukunft blicken - für Nachwuchs ist also schon mal gesorgt. Aber trotzdem ließ der passende Bock auf sich warten. Flüchtig oder "auf der falschen Seite der Grenze" stehend war immer etwas, was nicht so wollte wie ich es mir gewünscht hätte.

Auch die Blattzeit begann mit Regenwetter und lief auch für die meisten anderen im Revier eher schleppend. Nachdem ich einen Abend lang mit meiner Tochter jagen war erblickte ich "meinen Bock" auf dem Weg nach Hause zum ersten mal. Er wechselte vor meinem Auto über die Straße und war sofort verschwunden. Als der Wind dann passte beschloss ich, mich nach der Arbeit das erste mal an diese Ecke zu setzen. Ich kannte die Kanzel und auch die Entfernungen, hatte dort jedoch noch nicht gejagt. Nach einer Stunde vernahm ich ihn das erste Mal, er stand rechts von mir im Gebüsch, nicht zu beschießen. Ich freute mich über den Anblick und beschloss es am nächsten Abend wieder zu versuchen.

Am nächsten Abend baumte ich bereits sehr rechtzeitig auf, um keine Unruhe zu machen. Bereits nach einer halben Stunde war "er" wieder da. Dieses Mal trat er vor mir am anderen Ende der Fläche aus, leider auch dort sehr hoher Bewuchs. Eine geschlagene halbe Stunde hatte ich seine Lauscher und das Gehörn im Absehen, die erste Aufregung war bereits verflogen aber er tat mir einfach nicht den Gefallen aus der Deckung heraus zu treten, um ihm einen sauberen Schuss an zu tragen. Eine halbe Stunde, die Waffe im Anschlage, eine halbe Stunde warten auf den einen Moment, eine halbe Stunde hoffen und dann, nichts. Der Bock verschwand und die Enttäuschung war riesig, wieder nix. Am Folgetag wollte ich es erneut versuchen aber meine Arbeit im Rettungsdienst machte mir einen Strich durch die Rechnung, Überstunden sind leider nie planbar. Einer meiner Mitjäger sah den Bock am Abend, aber das es bei uns sehr fair zu geht blieb der Finger grade.

Neuer Tag, neues Glück, aber wieder die Arbeit im Nacken. Bereits vor der Arbeit bereitete ich alles vor, damit abends alles zügig von statten ginge. Der Arbeitstag verlangte mir alles ab, wieder konnte ich nicht pünktlich gehen, aber ich wollte unbedingt raus, jagen, durchatmen, den Tag ruhig ausklingen lassen. Zeitlich recht knapp baumte ich auf und langsam kehrte auch bei mir Ruhe ein. Schon nach kurzer Zeit ging mein Handy, ein Mitjäger hatte am anderen Ende des Reviers Waidmannsheil. Es wurde später - "heute ist der Bock unpünktlich" schoss es mir durch den Kopf und meine Zuversicht schwand. Ein Waschbär leistete mir Gesellschaft, aber ich lies ihn laufen, in der Hoffnung, dass das der Bock sich vielleicht einfach nur verspätete. In zehn Minuten sollte es dunkel werden, als ich rechts ein rascheln vernahm. Um keine Zeit zu verlieren nahm ich gleich die Waffe hoch, ein kurzer Blick reichte um meinen Bock wieder zu erkenne. Wenige Sekunden später stand er breit und die Sorge, er könnte gleich wieder ins Gestrüpp ziehen lies mich nicht mehr zögern. Der Schuss brach und ich war mir sicher gut abgekommen zu sein.

Gemeinsam mit meinem Pächter barg ich den Bock und verbrach ihn, glücklich, dankbar und äußerst zufrieden über den sauberen Kammertreffer und den Bock, den ich mir so mühsam ersessen habe.

Dieser Bock wird mir wohl ein Leben lang in Erinnerung bleiben, war er doch tagelang schlauer als ich.

Waidmannsheil

Miriam

Insta: miri_geht_jagen

Es war August und die Sonne strahlte endlich wieder nach einer Woche Dauerregen.

Ich wollte mein Glück auf den Schwedenbock (Geschichte folgt) versuchen, einen braven 6er den ich schon über 2 Jahre kannte. Er hatte dieses Jahr ein ungewöhnlich starkes Gehörn und da ich noch einen Bock frei hatte, sollte es dieser werden. Er hatte seinen Einstand in einer 3 Hektar großen Waldinsel. Diese umgab heuer auf der einen Seite ein halb geerntetes Rapsfeld.Auf der anderen Seite Mais und angrenzend ein Weizenstoppelfeld. An dieser Ecke wollte ich sitzen.

Ich stiefelte gerade vom Auto zum Sitz und freute mich auf entspannte Stunden als ich eine Bewegung am Waldrand direkt neben der Leiter wahrnahm. Ich war recht unvorsichtig angelaufen, da ich um diese Zeit noch nicht mit Wild gerechnet hatte und das rächte sich jetzt.

Dort stand der gesuchte Bock mit einem Schmalreh und äugte mir auf nur 20 Schritt entgegen. Wir waren beide über die Anwesenheit des anderen ziemlich erstaunt und so musterten wir uns beide einen Augenblick, eh sich der Bock, in hohen Fluchten entfernte. So ein Mist!!

Was sollte ich tun? Auf den Sitz rauf?

Er würde ja wohl kaum heute dort nochmal auftauchen. Nein, ich fasste den Entschluss ihm nachzugehen und pirschte in die Richtung in der der Gesuchte entschwunden war. Alle Sinne angespannt und so ging es durch den Bestand. Da die Insel je nicht besonders groß war gelangte ich schnell an den Rapsrand. Dort stand eine alte völlig vermooste Bockleiter. Diese war mir vorher noch nie aufgefallen. Mir kam der Gedanke, dass ich von dort oben über das stehende Feld schauen und so vielleicht den Bock ausmachen könnte. Also mal kurz gerüttelt, sie schien stabil zu sein.

Arschbacken zam und rauf auf das prähistorische Teil. Bei jeder Sprosse ächzte die Leiter besorgniserregend. Als ich gerade oben angekommen war kam es so, wie es kommen musste. Die oberste Sprosse gab nach. Ich klammerte mich an der Brüstung fest und versuchte verzweifelt die nächste Sprosse zu erreichen als dies gelang krachte auch diese entzwei und ich umklammerte nun nur noch einen Leiterholm und strampelte Halt suchend in knapp 4 Metern herum. Das war dann zu viel für den Sitz. Nun kippte das Ganze samt mir zur Seite weg. Glücklicherweise waren, dort wohin die Leiter fiel, etliche Büsche gewachsen und diese nahmen mich und die Leiter in Empfang. So war ich nun zwar komplett grün vom Moos und hatte auch ein paar Kratzer durch die Äste aber sonst war ich unverletzt. Die Waffe hatte auch nichts weiter abbekommen, da ich diese wie einen Säugling beim Sturz fest an mich gedrückt hielt. Also nochmal mächtig Glück gehabt!

Als ich dann die verstreuten Sachen aufsammelte hätte ich schwören können den Bock zurecht lachen gehört zu haben. Den Bock hatte ich nach dem ganzen Krach abgeschrieben, aber es war einfach so schön draußen. Also beschloss ich, mich auf die ursprünglich geplante Leiter zu setzen,um einfach den Abend zu genießen und mich zu freuen, dass ich mir nicht das Genick gebrochen habe. Als ich dann endlich saß, konnte ich ein paar Hasen auf der Stoppel beobachten und der Puls war wieder im Normalbereich. Aber nicht lange.

Denn auf 250m wechselten 3 Überläufer aus dem Mais auf die Stoppel. Mensch das gibt’s doch nicht! Das Licht war noch klasse und die Größe passte auch bei den Sauen. Das Einzige was schlecht war, war die Entfernung. Was tun?

Die Chance wollte ich nicht ungenutzt lassen also runter vom Sitz und angepirscht. Ich schlich langsam in der 5ten Maisreihe und vergewisserte mich immer das die Sauen auch noch da waren, indem ich immer mal aus dem Mais zu ihnen spähte.

Als ich gut 80m an Ihnen dran war, zogen diese doch tatsächlich wieder in den Mais hinein. Das darf doch nicht wahr sein!! Ich versuchte ihnen den Weg abzuschneiden und drang nun selber tiefer in den Mais ein. Auf einmal konnte ich sie hören. Sie müssen unmittelbar in meiner Nähe sein. Ich war voll angespannt und versuchte im hocken irgendwas zu erkennen, aber da war nur eine grüne Wand.

Nun hörte ich wie die Sauen versuchten mich zu umschlagen, um Wind zu holen. Jetzt müssten sie bald auf meine Reihe wechseln. Was für ein Krimi. Ich ging in die Hocke und zielte in die Richtung wo die Sauen auftauchen sollten. Ich war im Anschlag und bereit. Ein Haupt eines Überläuferkeilers erschien zwischen den Blättern und Stängeln und schob sich 10m vor mir zwischen die Reihen. Er verhoffte kurz und ich krümmte den Finger durch, er konnte wohl den Knall nicht mehr hören, als er wie vom Blitz getroffen zusammen brach. Sein 2 Mitstreiter entfernten sich zügig. Als ich dann vor dem 50kg Burschen stand, ließ ich die letzte Stunde nochmal Revue passieren.
Ich hatte an diesen Abend einfach richtig Schwein gehabt.

Waidmannsheil und Waidmannsdank

J.

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